Folkwang Sommertheater in Weitmar
Ein interdisziplinäres Theaterprojekt im öffentlichen Raum für die ganze Familie
- Träger
- Träger:Folkwang Universität der Künste, Studiengang Schauspiel
- Region
- Region:Bochum
- Jahr
- Jahr:2025
Ein Interdisziplinäres Theaterprojekt im öffentlichen Raum für die ganze Familie
Nach den großen Erfolgen des Sommertheaters im Schlosspark Weitmar in den Jahren 2022–2024 wollen wir die Tradition einer Shakespeare-Inszenierung in diesem wunderbaren Ambiente fortsetzen. Für das Jahr 2025 ist eine Inszenierung der zeitlosen und mitreißenden Tragödie „Romeo und Julia“ geplant. In der Regie von Jürgen Hartmann entwickeln die Studierenden des dritten Jahres Schauspiel zusammen mit einem Theatermusiker und einem Bewegungs- und Bühnenkampfchoreografen eine innovative und actiongeladene Interpretation, welche besonders auch Familien und ein junges Publikum ansprechen und für die Kunst des Theaters begeistern soll.
Die Aufführungen finden in Kooperation mit der Situation Kunst, dem Museum unter Tage, der Ruhr-Universität Bochum und den Stadtwerken Bochum vom 3.–6. Juli und vom 10.–13. Juli 2025 im Schlosspark in Weitmar statt.
In den Jahren 2022 und 2023 wurden mit Unterstützung der Bezirksvertretung Bochum-Südwest und hohem finanziellen Aufwand der Folkwang Universität der Künste die Stücke „Ein Sommernachtstraum“ und „Macbeth“ aufgeführt und erfreuten sich einer großen Publikumsresonanz. Im Jahr 2024 konnten die Stadtwerke Bochum als dreijähriger Sponsoring- und Kooperationspartner gewonnen werden. Unsere Aufführungen und die Einladung zum gemeinsamen Theatererlebnis im Park konnten sehr viele Menschen begeistern und lockten insgesamt über 15.000 Zuschauende zu den drei Stücken. So wurde das Sommertheater freudvolles Theaterspektakel, Kulturevent und sozialer Begegnungsort für Jung und Alt.
Wir wollen diese Tradition nicht nur fortführen, sondern sie in enger Absprache und partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit allen Akteuren im Schlosspark Weitmar weiter etablieren und ausbauen. Das Zielpublikum sind alle Bochumer Bürgerinnen und Bürger und insbesondere Familien, die sich für den besonderen Ort des Schlossparks interessieren und in die faszinierende Welt Shakespeares hineingezogen werden wollen.
Das Stück: Romeo und Julia
„Romeo und Julia“ ist eine Tragödie von William Shakespeare, die die leidenschaftliche, aber tragische Liebesgeschichte zweier junger Liebender aus verfeindeten Familien in Verona erzählt. Romeo Montague verliebt sich in Julia Capulet, und trotz der Feindschaft zwischen ihren Familien heiraten sie heimlich. Doch Missverständnisse und unglückliche Umstände führen dazu, dass beide schließlich sterben – Romeo glaubt, Julia sei tot und nimmt sich das Leben; als Julia erwacht und seinen Tod entdeckt, endet auch ihr Leben. Ihre tragischen Schicksale versöhnen schließlich die verfeindeten Familien und zeigen die zerstörerische Kraft von Hass und Vorurteilen.
„Düsteren Frieden bringt uns dieser Morgen. Die Sonne birgt vor Kummer ihr Gesicht. Wir müssen uns um diese schlimmen Dinge sorgen. Einige strafen, andere nicht. Ein größeres Elend gab es nirgendwo als das von Julia und ihrem Romeo!“
Regie
Dieses Jahr wird Jürgen Hartmann Regie führen. Jürgen Hartmann studierte nach einem Clownsstudium bei Frieder Nögge an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover und war anschließend am Staatstheater Darmstadt engagiert. Unter der Intendanz von Anselm Weber war Hartmann von 2010 bis 2017 am Schauspielhaus Bochum. Seitdem ist er freischaffend und gastierte u. a. am Pina Bausch Ensemble Wuppertal, an der Volksbühne Berlin, am Grillo Theater Essen und bei den Festspielen in Bad Hersfeld. Zu seinen wichtigsten Rollen gehörten Faust 1 und Faust 2, Nathan der Weise, Ödipus, Tartuffe, Tasso, Danton und Franz Moor. Er inszeniert und ist regelmäßig für TV- und Kinoproduktionen tätig. 2014/2015 erhielt er eine Nominierung zum besten Schauspieler in NRW. Jürgen Hartmann war bereits mit Lehraufträgen an der Folkwang Universität der Künste beschäftigt und war im Sommersemester 2023 als Gastprofessor für Praktische Theaterarbeit an Folkwang tätig.
Das Ensemble
Die 10 Studierenden des 3. Studienjahrs bilden das Ensemble des Sommertheaters. Nach abgeschlossener handwerklicher Grundausbildung in den ersten zwei Jahren geht es nicht mehr alleine um ihr Können als Spielende, sondern auch um die „spielende Kommunikation“ mit einer theaterbegeisterten Bochumer Öffentlichkeit und um das Spiel unter freiem Himmel, das noch einmal andere Herausforderungen an Publikum und Spielende stellt. Nach dem Sommertheater gehen die Studierenden als gereifte Künstlerinnen und Künstler in die große Schauspielhaus-Produktion.
Das Bühnenbild
Inspiriert ist das Bühnenbild von alten Volkstheatertraditionen, wie dem Globe Theater, der ursprünglichen Spielstätte von Shakespeares Stücken, sowie einfachen Wandertheaterbühnen, mit denen das fahrende Volk früher unterwegs war. Die Bühnensituation soll leicht auf- und abzubauen sein und ist eine „temporare Installation“ aus recyceltem Material und Bühnenelementen, die sich in die wunderschöne Natur des Schlossparks einfügt. Die Zuschauenden können das Stück direkt vor der Bühne auf Picknickdecken oder auf Stühlen verfolgen.
Franziska Gebhardt studierte Innenarchitektur an der Hochschule für Design und Medien Hannover und assistierte am Schauspiel Hannover und an der Sächsischen Staatsoper. Als freie Bühnen- und Kostümbildnerin arbeitete sie u. a. am Schauspiel Hannover, Theater Bielefeld, Schauspiel Essen, Schauspielhaus Graz, Staatstheater Stuttgart und Schauspielhaus Bochum.
Kampfchoreografie und Bewegungskunst
Die diesjährige Inszenierung setzt einen besonderen Fokus auf die Körperlichkeit und Expressivität der Studierenden. So werden zusammen mit dem Kampfchoreografen Thomas Ziesch rasante Verfolgungsjagden sowie Fecht- und Bühnenkampfchoreografien entwickelt.
Thomas Ziesch studierte Diplom-Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und beendete 1994 erfolgreich sein Studium. Schon während der Ausbildung bildete er sich als Fecht- und Kampfchoreograf für Bühne und Film weiter. Parallel zu seinem Beruf als Schauspieler arbeitete er an über 25 Opern- und Schaupielbühnen als Kampfchoreograf. Seine Choreografien brachten ihn mit namhaften Regisseurinnen und Regisseuren zusammen, u. a. in Frankfurt, Barcelona, Salzburg, Heidelberg, Köln, Augsburg, Bremen, Braunschweig, Münster und Dresden. Als Kampfchoreograf war er 2023 u. a. für die Bühnenkämpfe im Musical „3 Musketière“ auf der Freilichtbühne des Staatstheaters Augsburg verantwortlich sowie für die Kämpfe in den Inszenierungen „König Lear“ am Thalia Theater Hamburg und „Hamlet“ am Theater Heidelberg.
Ein kulturelles Erlebnis für alle Generationen
Das Folkwang Sommertheater im Schlosspark Weitmar ist weit mehr als eine klassische Shakespeare-Inszenierung – es ist ein kulturelles Erlebnis für alle Generationen. Durch die Verbindung von mitreißender Schauspielkunst, kurzweiliger Bühnenchoreografie und einem offenen, naturnahen Spielort entsteht ein einzigartiger Begegnungsraum, der Jung und Alt zusammenführt. Familien, Theaterliebhabende und neugierige Besuchende können hier die Faszination des Theaters in einer einladenden Atmosphäre erleben. Indem es anspruchsvolle Kunst gratis und niedrigschwellig zugänglich macht, leistet das Sommertheater einen wertvollen Beitrag zur kulturellen Teilhabe und stärkt die kulturelle Identität des Ruhrgebiets als Ort der offenen und lebendigen Theaterkultur.
